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Mittwoch, den 26.06.2019:


20:00:
Birds of Passage

20:00:
Rocketman

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Der Film zum lplertreffen 2019:

Still

Die einfhlsame Langzeitdokumentation begleitet ber neun Jahre die selbstbewusste Bauerntochter Uschi und zeigt, wie ihr Traum vom Leben auf der Alm trotz aller ueren Zwnge am Leben bleibt.

Deutschland 2013,
Regie: Matti Bauer

Ohne Altersbeschrnkung,
83 Minuten,

Eintrittspreis: 8,00 Euro,
ermigt: 7,00 Euro,
Kulturticket: 5,00 Euro


Pfeil Nur am Samstag, 12. Januar um 20.30 Uhr


„Alm ist wie eine Sucht“ schwrmt die 22-Jhrige Bauerntochter Uschi zu Beginn. „Die spinnt“, meint Mutter Rosi, die den Freiheitsdrang der selbstbewussten Tochter skeptisch sieht. Auf dem elterlichen Hof im bayrischen Oberland mit seinen 20 Khen wird jede Hand dringend gebraucht. Vater Stefan wrde mit seinen ber 60 Jahren den Betrieb gern alsbald an die nchste Generation bergeben, aber „die Uschi“, so sagt er gleichmtig, „die ist noch nicht so weit.“ Die junge Frau hatte eben schon immer ihren eigenen Kopf, hat als Kellnerin und Grtnerin gearbeitet oder bereiste Neuseeland, Thailand und Sdamerika. „Ich hab´ eigentlich immer gemacht, was ich machen wollte“, erzhlt sie, ohne dass es besonders Stolz klingt. Mit ein paar Khnen und ihrer Ziege macht sie sich auf den Weg in Berge, wo sie auf einer Htte den Sommer als Sennerin verbringen wird. „Weiberwirtschaft“ sagt Uschi dazu lachend und berichtet zwischen Melkschemel und Butterfass davon, wie reizvoll in dieser Abgeschiedenheit die groe Stille und die Nhe zu den Tieren sei. Die hbsche Idylle hat indes auch manche Kehrseiten: Vom strmenden Regen ber entlaufene oder kranke Khe bis zum tglichen Stallmisten. „Man muss schon etwas robust sein“, meint die Buerin lakonisch ber ihren Beruf.

Im Winter setzt Regisseur Matti Bauer seinen Film fort. Uschi ist zurck auf dem elterlichen Hof und mittlerweile schwanger. Vom Vater des Kindes erfhrt man nichts, dabei wnscht sich Altbuerin Rosi sehnlichst einen passenden Schwiegersohn und trumt vom verdienten Ruhestand. „Endlich einmal machen, was ich mchte und nicht was ich mssen muss“, beschreibt sie ihre Stimmung. Zwei Jahre spter, bei einem abermaligen Besuch, fragt sie der Filmemacher, ob sie in ihrem Leben etwas anders machen wrde? „Alles!“, antwortet Rosi ohne Zgern, „weil es mir nicht gefallen hat. Aber unglcklich bin ich nicht.“ Man glaubt ihr beides gleichermaen.

Momente wie diese sind typisch fr dieses Portrt, das ebenso sensibel wie schnrkellos seine drei Akteure auf Augenhhe zu Wort kommen lsst: Teilnehmende Beobachtung der gelungenen Art, die sich auf wahrhaftige Weise ihren Subjekten nhert. Mit diesem Konzept kann der studierte Vlkerkundler Matti Bauer auf geschwtzige Kommentare ebenso gut verzichten wie auf manipulative Musik. Die Figurenaufstellung erweist dabei als echter Glcksfall: Der fast knorrige Vater, der nicht viele Worte verliert oder groartig Gefhle offenbart. Und der doch immer wieder spren lsst, dass er bei aller Sturheit und Traditionsliebe die aufmpfige Tochter versteht. Oder der mit feuchten Augen verfolgt, wenn eine seiner Khe ihre letzte Reise zum Schlachthof antritt. Als Kontrast dazu seine Ehefrau, die sich wie selbstverstndlich in das Schicksal mhseliger Arbeitsjahre fgte, rckblickend durchaus verpasste Freirume beklagt jedoch mit trotziger Tapferkeit sich ihre frhliche Herzlichkeit bewahrt.

Fr Uschi wre solch ein gengsames Leben zu wenig. Zugleich ist sie ein stolzes „Bauern-Dirndl“, das sich durch ihre Arbeit definiert. Nach langem berlegen wird sie, drei Jahre spter, den Hof schlielich bernehmen, wenngleich die finanziellen Aussichten fr einen so kleinen Betrieb kaum rosig ausfallen und Umstrukturierungen unabdingbar sind. In dieser prekrer Lage wnscht sich Uschi bisweilen „mehr Lebensmittelskandale, damit die Menschen die Lebensmittel zu schtzen wissen“, aber vielleicht bringt sie den Laden fortan mit ihrem neuen Partner Tom, einem Piloten, wieder in Schwung. Die Leidenschaft fr die Landwirtschaft hat letztlich nicht nur die junge Buerin vom Weitermachen berzeugt. Der mittlerweile sechsjhrige Sohn scheint bereits hnliche Absichten zu hegen. Als Berufswunsch gibt Jakob zu Protokoll: „Jger. Angler. Golderforscher. Dinosaurierausgrber. Und Bauer. Damit ich den Betrieb weiter fhren kann.“

„Still“ ist eine visuell virtuose Landpartie, ein warmherziges Portrt ber spannende Figuren und ihre Lebenstrume. Groes Doku-Kino im Kuhstall: „Buerin sucht Sinn“.

Autor: Dieter Owald
Mit freundlicher Genehmigung von
  • www.programmkino.de



  • Pressestimmen:

    "Unterhaltsam-pointierte Langzeitbeobachtung, die ber zehn Jahre hinweg ein vielschichtiges Zeit- und Generationenbild zeichnet und als kurzweilige Collage aus Landschaftsbildern, Momentaufnahmen und dem Charme des bayerischen Dialekts fr sich einnimmt."
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