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Mehr als eine weitere Verfilmung der Dreigroschenoper. Ein ganz außergewöhnlicher Film, der Brechts Theaterkunst huldigt, indem er sie meisterhaft auf die filmische Ebene überträgt.

Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm

Deutschland 2018,
Regie: Joachim Lang

Frei ab 6 Jahren,
130 Minuten,
Prädikat: besonders wertvoll


Weitere Vorstellungen sind geplant!


"Und der Haifisch, der hat Zähne. Und die trägt er im Gesicht." Jeder kennt das Lied über Mackie Messer, das die berühmte "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill einläutet. Das Stück, das 1928 in Berlin uraufgeführt wurde, gehört zu den größten Theatererfolgen der Weimarer Zeit und verhalf Brecht und Weill zu Ruhm und Anerkennung. Schon bald interessiert sich eine große Produktionsfirma für die Filmrechte. Natürlich will der Produzent die Oberhand behalten, wenn es darum geht, wie das Stück verfilmt werden soll. Doch genau das will Brecht auch. Denn schließlich sind es seine Worte, die das Stück erst erschaffen haben. Dem Produzenten erzählt er von seinen Plänen. Und lässt sie vor den Augen aller Betrachter lebendig werden. Bertolt Brecht gilt als Schöpfer des epischen Theaters. Und als brillanter, wenn auch streitbarer Geist. Sein großer Traum, die Dreigroschenoper auf die Leinwand zu bannen, sollte sich in einen großen Rechtsstreit verwandeln.

Regisseur Joachim Lang vereint für "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" mehrere Ebenen und verbindet sie zu einem außergewöhnlichen filmischen Erlebnis. Denn so wie im epischen Theater spielt auch Langs Film mit Regeln und Konventionen der Rezeption. Da verwandelt sich eine Spielszene aus der Dreigroschenoper in eine lebendige Diskussion der Schauspieler über ihre Rollen. Oder Brecht selbst durchbricht die vierte Wand und spricht mit dem Zuschauer über seine Gedanken und Vorhaben. Das alles untermalt und gerahmt von den hervorragend dargebrachten und federleicht in Szene gesetzten musikalischen Stücken der Oper selbst. Lang inszeniert mit Esprit und Lust, welche sich auch in der großen Spielfreude des glanzvollen Ensembles wiederspiegelt. Claudia Michelsen, Joachim Krol, Hannah Herzsprung und Tobias Moretti spielen ihre Parts mit Verve und beeindruckendem stimmlichen Einsatz. Und Robert Stadlober als Kurt Weill und Peri Baumeister als Elisabeth Hauptmann überzeugen als flankierende Pfeiler des Meisters Bertolt Brecht, den Lars Eidinger mit einer so berückenden Mischung aus Süffisanz und Eloquenz darstellt, dass man sich der Faszination seines Charakters nicht entziehen kann. Das Tempo der Inszenierung ist schwindelerregend, die visuellen Effekte enorm. Die Kamera schwebt durch die Kulissen, das Licht erweckt Theatergefühle. Und durch geschickte dramaturgische Wendungen gelingt Lang die Verbindung des literaturhistorischen Stoffes mit aktuellen gesellschaftlichen Konflikten. "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" ist mehr als eine Verfilmung der Dreigroschenoper. Mehr als ein Blick hinter die Kulissen der historischen Ereignisse von damals. Es ist ein Film, der Brechts Theaterkunst huldigt, indem er sie meisterhaft auf die filmische Ebene überträgt. Ein wahrhaft Brecht’scher Film.
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