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Filmreihe Oscars 2020:

Judy

Oscar als Beste Hauptdarstellerin fr Rene Zellweger, die sich die Rolle der Judy Garland auf grandiose Weise berstreift.

USA 2019,
Regie:Rupert Goold

Ohne Alterbeschrnkung,
118 Minuten

Eintrittspreis: 8,00 Euro,
ermigt: 7,00 Euro


Pfeil FR 14.2. um 20.15 Uhr

Pfeil SA 15.2. um 17.30 Uhr

Pfeil SO 16.2. um 20.15 Uhr


Mittwoch ist Originaltag:


Pfeil MI 19.2. um 20.15 Uhr
Englisches Original mit deutschen Untertiteln.



Judy Garland ist gerade ziemlich am Boden, auch wenn sie das selbst nicht wahrhaben will. Ihr Starruhm ist verblasst, das stndige Auf und Ab ihrer Karriere, die Abhngigkeit von Aufputsch- und Beruhigungsmitteln sowie vom Alkohol, finanzielle Probleme, eigenes und fremdes Missmanagement, noch dazu vier gescheiterte Ehen haben ihre unbersehbaren Spuren hinterlassen. Inzwischen ist sie Mitte vierzig und pleite. So entschliet sie sich widerwillig, die beiden jngeren Kinder Lorna und Joey bei ihrem geschiedenen Ehemann Sidney Luft zu lassen, und reist nach London, wo sie mehrere Wochen in einem Nachtclub auftreten kann. Kein Vergleich mit dem, was sie aus frheren Zeiten gewhnt ist, aber immerhin eine Mglichkeit, etwas Geld zu verdienen. Gesundheitliche Probleme machen ihr zu schaffen, vor allem ihre Schlaflosigkeit, die sie mit Drinks und Tabletten zu bekmpfen versucht, ebenso wie ihre wachsende Angst, berhaupt auf die Bhne zu gehen. Zu den meisten Auftritten kommt sie viel zu spt, obwohl ihre Assistentin, die liebevoll energische Rosalyn, den Auftrag hat, dafr zu sorgen, dass Judy pnktlich und halbwegs nchtern im Theater erscheint. Die Liebe zu dem deutlich jngeren Mickey Deans bringt fr kurze Zeit positive Impulse in ihr Leben – er sorgt fr sie, er kmmert sich um sie, und so wird er Ehemann Nr. 5, doch bald muss Judy erkennen, dass er sie, so wie fast alle anderen Menschen in ihrem Leben, nur benutzt, um selbst seine Schfchen ins Trockene zu bringen.

Die beiden Drehbuchautoren Tom Edge und Peter Quilter konzentrieren sich in ihrem Biopic mit viel Geschick auf einige Monate im Leben von Judy Garland. Sie zeigen vor allem die Zeit in London, das hier angemessen swinging dargestellt wird, ergnzt durch Rckblenden auf die Dreharbeiten zu „The Wizard of Oz“. Dadurch werden die Gemeinsamkeiten und Gegenstze noch klarer: hier das naive Kind, das alles glauben mchte, was man ihm sagt – dort die alternde Frau, die immer noch nicht ganz desillusioniert ist, und die singen will, weil sie fr den Gesang lebt. Sehr deutlich erklrt sich Judy Garlands Schicksal aus der Vergangenheit. Aus dem unschuldigen Kind, das immer funktionieren musste, ist eine kranke Frau geworden, ein kleiner, verngstigter Mensch auf der Suche nach Liebe.

Rene Zellweger ist Judy Garland, und zwar auf eine frappant berhrende und manchmal geradezu zrtliche Weise. Abgemagert, schrecklich dnn, nervs und rastlos hat ihre Judy etwas von einem schwachen Vgelchen, das sich immer wieder aufzurappeln versucht. Sie taucht ein in den Krper und in den Geist dieser kranken und dennoch immer noch beeindruckend lebendigen Frau und lebt die Rolle in einer beinahe gespenstischen hnlichkeit bis in die kleinsten Gesten, wobei ihre Unruhe und Nervositt vor allem deshalb so mitleiderregend ist, weil die Grnde dafr so furchtbar klar sind: Seit sie ein kleines Mdchen ist, steht sie auf der Bhne und wird manipuliert, zunchst von ihrer Mutter und spter von Louis B. Mayer, der sie whrend der Dreharbeiten zu „The Wizard of Oz“ tablettenschtig macht, mit Aufputschmitteln, damit sie durchhlt, und mit Beruhigungsmitteln, damit sie schlafen kann. Darci Shaw spielt die junge Judy, den Teenager, der sich wnscht, wie alle anderen zu sein, ein begabtes Mdchen mit einer groen Stimme, das mit riesigen, naiven Augen in die Welt schaut und geliebt werden mchte. Das macht sie wirklich gut, sie macht deutlich, wie dieses Kind vom Studiosystem benutzt wird, wie es mit allen Mitteln gebrochen und zum Funktionieren gebracht wird. Rene Zellweger zeigt das Ergebnis und die Folgen dieser Methoden. Wie sie spielt, wie sie singt und wie sie in die Persnlichkeit des Stars schlpft, ist beinahe unheimlich. Da ist viel Traurigkeit, aber auch ein ab und an aufblitzender Humor, ihre Schlagfertigkeit und natrlich immer noch das Talent: die Stimme. Und Rene Zellweger singt und spielt sich ins Herz des Publikums.

Autorin: Gaby Sikorski
Mit freundlicher Genehmigung von
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