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Die Zutaten der neuen Komdie von Mika Kaurismki sind fein ausbalanciert: Viel Humor, etwas Schwermut, romantische Sehnsucht und heiteres Sommerflair fgen sich zu einer filmischen Kstlichkeit.

Master Cheng in Pohjanjoki

Finnland, China 2019
Regie: Mika Kaurismki

Frei ab 6 Jahren,
114 Minuten

Eintrittspreis: 8,00 Euro,
ermigt: 7,00 Euro


PfeilNur MI 7.10. um 20.00 Uhr


Heute ist Wursttag! verkndet die Tafel der Sirkka Bar im abgelegenen Drfchen Pohjanjoki. Fr die Gste des rustikalen Cafes keine berraschung, schlielich ist hier immer Wursttag. Der chinesische Tourist Cheng und sein kleiner Sohn Nunjo sind nicht wegen des Essens gekommen, der Vater sucht hier jenen finnischen Freund, der ihm einst in Shanghai einen groen Gefallen tat. Zu seiner groen Enttuschung scheint niemand einen Mann namens Fongtron zu kennen. Gestrandet im nordfinnischen Nirgendwo, findet sich in der Caf-Besitzerin Sirkka eine gastfreundliche Frau, die dem Duo spontan ein Zimmer anbietet. Die gute Tat wird bald belohnt als ein Bus mit chinesischen Touristen ankommt. Die Reisenden rmpfen die Nase ber die finnische Hausmannskost, da kommt der Vorschlag von Herrn Cheng gerade recht: Er schlgt den Gsten spontan ein Men mit Nudeln und Hhnchen vor. Der gelernte Kchenmeister zaubert in Krze ein erstklassiges Essen, von dem nicht nur Touristen begeistert sind. Nach anfnglicher Skepsis kommen auch die Einheimischen zunehmend auf den Geschmack der asiatischen Kstlichkeiten. Mehr noch, sie lernen die bekmmlichen Qualitten der gesunden Ernhrung schtzen. Als wre er von den Toten auferstanden!, schwrmt eine Finnin begeistert vom neuen Ess-Effekt auf den Gatten.

Denkst du wirklich, dass ein gut aussehender, heterosexueller finnischer Mann wie ich freiwillig chinesisches Essen isst? solche Nrgeleien sind bald nicht mehr zu hren. Kaum hat Master Cheng die Kche bernommen, strmen Schulklassen ebenso wie Seniorengruppen in die Sirkka Bar. Wen Zipperlein plagen, dem hilft schnell Chengs magische Suppe vorausgesetzt, man kaut sie beim Verzehr. Allein die Dorfpolizisten finden ein Haar in der Suppe: Dem Fremden fehlen die Aufenthaltspapiere! Zwar lassen sich die eifrigen Ordnungshter vorbergehend mit dem exzellenten Essen beschwichtigen, doch die Brokratie in ihrem Lauf, halten weder Ochs noch Rentier auf!

Die wenige Zeit, die Cheng und Nunjo noch verbleibt, genieen sie in vollen Zgen. Whrend der Sohn beim Spielen mit den Dorf-Kindern endlich die Trauer um seine verstorbene Mutter vergessen kann, wird der Vater in die finnische Kultur eingeweiht: Sauna. Eisbad. Schnaps und Tanz. Auch den Charme der frsorglichen Sirkka lernt der Witwer zunehmend schtzen.

Als Bruder des berhmten Aki stand Mika Kaurismki meist im Schatten des coolen Kultregisseurs. Tatschlich fllt seine Filmografie eher durchwachsen aus. Erfolge wie die Musik-Doku Mama Africa blieben die Ausnahme was sich nun wiederholen knnte, siehe Publikumspreis bei den Nordischen Filmtagen Lbeck. Die Story selbst mag recht schlicht und ziemlich vorhersehbar sein, doch sie wird charmant erzhlt und berzeugend gespielt. Die hierzulande unbekannten Anna-Maija Tuokko und Chu Pak-hong sammeln als charmantes Liebespaar schnell Sympathiepunkte, derweil die knorrigen Nebenfiguren fr reichlich Heiterkeit und Situationskomik sorgen.

Vor der idyllischen Postkarten-Kulisse finnischer Wlder und Seen prsentiert sich die Begegnung der unterschiedliche Kulturen als hbsches Beispiel, wie aus Fremden bald Freunde werden. Zum Salz in der Suppe dieser warmherzigen Komdie geraten jene fernstlichen Kstlichkeiten, die der Titelheld mit leichter Hand samt philosophischer Weisheit zubereitet und sein Regisseur genussvoll zelebriert. Kino und Kochen hat eben fast immer Gelinggarantie.

Autor: Dieter Owald
Mit freundlicher Genehmigung von
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